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Fußballfans unter Polizeischutz

22. Februar, 2008 von Nadine Becker · Keine Leserbriefe

Als ich die Turnhalle betrete, die Treppe zur Zuschauertribüne herauf gehe und mich durchgeschwitzte Männer in Fußballtrikots neugierig anstarren, fühle ich mich so, wie auf all jenen unzähligen Fußball- Basketball und Handballturnieren, die ich als irgendjemandes Begleiterin aus Nettigkeit angeschaut habe: fehl am Platz. Ziemlich schnell merke ich jedoch, dass dies ein bisschen mehr ist, als ein deutsches Hallenturnier. Zuerst einmal ist es ein belarussisches Hallenturnier. In der Sporthalle einer Fabrik. Ich schaue mich um, um festzustellen, ob diese Halle anders aussieht. Ein bisschen schäbiger vielleicht, der Boden ist aus Holzdielen (wie kann man darauf Fußball spielen?).

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Und vor der Tür stand ein Einsatzwagen der Polizei- Miliz, die sich in Uniform unter die Zuschauer gemischt hat. Denn dies ist nicht irgendein Fußballturnier, sondern ein internationales Amateur- Turnier, das die Fans des Dynamo Minsk organisiert haben. Als Schlachtenbummler und echte Fans ihres Heimat- Teams haben sie Gleichgesinnte in Osteuropa kennen gelernt. Bereits zum dritten Mal findet ein Freundschaftsturnier in Minsk statt. Mannschaften aus Moldavien, Byalystok (Polen), Kaliningrad, Riga, Brest (Belarus) und drei verschiedene Minsker Teams treten zwei Tage lang in Minsk gegeneinander an. Das ist der Polizei anscheinend einen Einsatzwagen am Samstagnachmittag wert. Der Vater eines Dynamofans ist Direktor der Fabrik, zu der die Halle gehört. „Und dann“, so erzählt Sasha, einer der Organisatoren des Turniers, „hat er einen Anruf von der Miliz erhalten, die ihn informiert hat, dass die Miliz bei dem Turnier anwesend sein wird.“ So ist das hier in Belarus.

Tags: Minsk

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