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“Saca” auf Welttour

23. Februar, 2008 von Moritz Alexander Heiser · Keine Leserbriefe

Erreicht man mit dem Auto das kleine Küstenstädtchen Ericeira, kommt man um die riesigen Plakate mit der Aufschrift “Parabéns Saca!” (”Glückwunsch, Saca!”) nicht umhin. Überlebensgroß stellen die Plakate Tiago Pires, den hier alle nur Saca rufen, in einer sich überschlagenden Welle dar. Von diesen perfekten Wellen gibt es hier in Ericeira mehr als genug. Das geschichtsreiche Küstenstädtchen hat mittlerweile den Ruf als einen der europäischen Surforte weg. Dass nicht nur die Wellen hier Weltklasse sind, sondern auch einheimische Surfer, soll Saca in diesem Jahr in der World Championship Tour (WCT) zeigen. In der Königsklasse des Profi-Surfens treten die 45 besten Surfprofis der Welt gegeneinander an.

Pires ist der erste Portugiese, der dieser Elite angehört - und einer der ersten Europäer überhaupt. Bisher waren in der WCT fast nur US-Amerikaner, Hawaiianer*, Australier sowie der eine oder andere Südafrikaner und Brasilianer vertreten. Und nachdem mit dem Franzosen Jeremy Flores bisher nur ein Europäer in der Königsklasse mitmischte, sind es in diesem Jahr bereits vier. “Mit diesem Team von vier Surfern aus der gleichen Gegend, werden wir 2008 mit viel mehr Selbstvertrauen an den Start gehen”, sagte Pires im Interview mit dem Online-Surfmagazin surfersvillage.com.

Beim ersten WCT-Wettkampf, der heute in Queensland (Australien) startete, hat Saca das neue europäische Selbstvertrauen wenig geholfen. An der Gold Coast schied er als Dritter seines Laufs in der ersten Runde knapp aus. Jetzt muss er bis zum nächsten Event warten, um die nötigen Punkte für sein Saisonziel einzustreichen. “Ich will es schaffen unter den ersten 27 der Rangliste zu bleiben, um auch 2009 in der WCT zu surfen”, erklärte Pires. Dazu möchte Saca einige Top-Ten-Platzierungen erreichen. Experten trauen das dem 27-Jährigen durchaus zu.

Bleibt die Frage, wie Saca - was soviel bedeutet wie Sack - zu seinem Spitznamen kam. Das ist ein weniger rühmliches Kapitel in der Bilderbuchkarriere des Portugiesen. Sein Vater soll ihn so gerufen haben, weil er so lustlos auf dem Surfbrett stand. Den Namen hat er seitdem weg. Eigentlich ist das ein gutes Omen für Saca, wenn er selbst ohne die nötige Körperspannung in die Weltelite gesurft ist.

Hier kann man Pires&Co live verfolgen.

* Hawaii gehört zwar politisch zu den USA, wird als “Mutterland” des Surfens aber als eigene Nation gezählt.

Tags: Lissabon

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