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Tag der Verteidiger des Vaterlandes

23. Februar, 2008 von Nadine Becker · Keine Leserbriefe

Heute feiert Belarus den Tag der Verteidiger des Vaterlandes.

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Dieser Tag war früher der “Tag der Sowjetarmee”, wurde jedoch aus nahe liegenden Gründen umbenannt. An diesem Tag gratulieren die belarussischen (und russischen, und ukrainischen) Frauen ihren Männern. Darüber hinaus bewirten sie sie mit Torten und üppigem Essen (wie auch an den 364. restlichen Tagen im Jahr), schenken ihnen Socken, Rasierschaum und Krawatten. Die Männer, auch jene, die stark antimilitaristisch eingestellt sind, fühlen sich sehr männlich und nutzen diesen Tag, um mit anderen Verteidigern des Vaterlandes in die Sauna zu gehen und Wodka zu trinken.

Bereits seit Tagen werden die Schlangen vor den Herrensocken- und Männerkosmetikabteilen länger und länger, und Torten waren bereits am Tag vor dem Feiertag ausverkauft.

Der westlichen Betrachterin mag nicht auf den ersten Blick klar sein, zu welchem Zweck die belarussischen Frauen einen offiziellen Tag haben, an dem sie ihre Männer ehren und beschenken sollen- schließlich verbringen sie auch den Rest des Jahres damit, Vollzeit zu arbeiten, die Wohnung blitzblank aufzuräumen, ständig verschiedene Gerichte zubereitet zu haben und idealer Weise gleichzeitig noch perfekt manikürt, geformt, in einen Minirock gekleidet zu sein und ihrem Gatten den Eindruck zu vermitteln, dass er das unbestrittene Familienoberhaupt ist.

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Dies, so erklärt man der unverständigen westlichen Betrachterin, liegt daran, dass es in der Sowjetunion keine religiösen Feiertage gab und die Menschen somit nicht viel zu feiern hatten. Also hat man jenen Tag der ersten Siege der Roten Armee bei Pskow am 23. Februar 1918 kurzerhand zum Männertag umfunktioniert (und wahrscheinlich,  um den Umsatz des Brester Sockenkombinats mal so richtig anzukurbeln).

Doch bereits am 8. März bedanken sich die Verteidiger des Vaterlandes bei ihren Frauen für den Rasierschaum und die Torten: Am Frauentag sollen die Belarussinnen mit Blumen, Dessous und dankbaren Worten nur so überschüttet werden.

Tags: Minsk

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