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9. März: Wer bietet mehr?

27. Februar, 2008 von Sören Meschede · 30 Leserbriefe

Teil zwei der Serie über den spanischen Wahlkampf

So wie es aussieht, könnte es knapp werden. Zwischen einem und drei Prozent liegen die beiden großen Parteien PP und PSOE laut Umfragen auseinander. Rund 40 Prozent der Wähler stehen in Spanien traditionell hinter ihren Parteien. Es geht also darum, die restlichen wankelmütigen zehn Prozent zu mobilisieren. Und da man sich nicht übermäßig aus dem Fenster lehnen will, um nicht am Ende noch schon sicher geglaubte Stimmen zu verlieren, setzen die Wahlstrategen auf das, was beim Volk immer noch am besten ankommt: Geld.

Beiden Kandidaten überbieten sich mit den wildesten Versprechungen.
Die PSOE startete vor wenigen Wochen mit dem Angebot einer allgemeinen Senkung der Lohnsteuer, die PP konterte mit dem Versprechen, dass unter ihrer Ägide niemand Lohnsteuer zahle, der weniger als 16.000 Euro jährlich verdient. Das aber ließen die Sozialdemokraten so nicht auf sich sitzen und verkündeten dass jede Erbschaft unter 60.000 Euro steuerfrei sei. Rajoy versprach daraufhin 150 Euro monatlich mehr für alle Pensionäre, 400.000 Krippenplätze und 2.200.000 neue Arbeitsplätze. Doch Zapatero ließ sich nicht lumpen, setzte noch einen drauf und offerierte 200 Euro pro Pensionär und Monat, 300.000 Krippenplätze, zwei Millionen neue Stellen und einen flächendeckenden Mindestlohn von 800 Euro. Bleibt abzuwarten, was die anderen nun sagen,… .
Zum Glück für die Wirtschaft ist die Wahlversprechen-Halte-Moral der spanischen Politik nicht allzu stark ausgeprägt. Denn ansonsten fiele Spanien zwangsläufig doch noch in das ökonomische Krisenloch, das es bei der amerikanischen Subprime-Krise gerade noch umschifft hat.

Tags: Madrid

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