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Wie man unter 43.000 Taxis genau eines wiederfindet

3. März, 2008 von Dorte Huneke · Keine Leserbriefe

In Istanbul ein Taxi zu finden, ist ein Leichtes. Hand raus, zwei Sekunden warten, einsteigen. Das Umgekehrte scheint schier unmöglich: aus etwa 43.000 fahrenden Taxis ein ganz bestimmtes wiederzufinden, in dem man eine Tasche mit Laptop, Kreditkarten und wichtigen Krankenhausunterlagen liegen gelassen hat.

Der erste Versuch: hinterher sprinten. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Straßen in unserem Viertel ständig blockiert sind, keine schlechte Idee. An einem Samstag morgen sind die Straßen jedoch ausnahmsweise frei. Fehlschlag also.

Zweiter Versuch: zurück zum Tatort des Vergessens und nachdenken. Das Taxi kommt natürlich nicht zurück, aber wir auf den Gedanken, die Überwachungskameras der Umgebung zu checken. Der Leiter der Schule nebenan stellt sich stur, schließlich ist Wochenende, die Kamerabilder will er erst Montag herausrücken. Zum Glück gibt es auf unserer Straße andere Läden, die mit Sicherheitskameras ausgestattet sind. Eine Stunde später haben wir fünf Autokennzeichen, fünf Taxis, die in Frage kommen. Die Telefonrecherche ist etwas aufwendiger, weil 60 Prozent der Istanbuler Taxis nicht registriert sind. Die Polizei ist freundlich und hilft. In keinem der Taxis wurde jedoch eine Tasche mit Laptop gefunden … Die Kreditkarten können wir nicht sperren, weil sie der Mutter meines türkischen Freundes gehören. Sie wurde gerade aus der Intensivstation entlassen, jede zusätzliche Aufregung wäre kontraproduktiv. Mit Hilfe des Sicherheitsdienstes im Krankenhaus und ihren Kameras am Eingang können wir die Suche auf genau ein Taxi einschränken.

Wir haben das Autokennzeichen und die Beweisaufnahmen – und schließlich einen Taxiunternehmer, der nun doch eine Tasche gefunden hat. Ach, im Kofferraum!? Ich dachte auf dem Rücksitz. Ja, natürlich, da haben wir etwas! Eine halbe Stunde später hat er sich durch den inzwischen wieder dichten Verkehr gekämpft und bringt uns die Tasche. Mission accomplished. Und ich sage erst einmal nichts mehr gegen Überwachungskameras …

Tags: Istanbul

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