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Zum Reihern…

13. April, 2008 von Kai Schwind · 21 Leserbriefe

Oslo hat eine neue Oper.

Gestern war es soweit - feierliche Eröffnung der neuen Staatsoper in Norwegens Hauptstadt. Vergessen die Schande des bisherigen Oper Gebäudes in der Storgate (ein unscheinbarer Eingang in einer fünfziger Jahre Einkaufspassage).  Der neue Bau liegt Postkartenmotiv-tauglich direkt am Hafen und wurde vom international renommierten Architekturbüro Snøhetta geplant. Über mehrere Jahre war jeder Schritt des Baus von der Öffentlichkeit beobachtet und der kritischen Presse kommentiert worden.  

Zur großen Eröffnungsgala ist alles angereist was Rang und Namen hatte. König Harald von Norwegen, Kronprinz Håkon mit Frau Mette-Marit, Prinzessin Victoria von Schweden, Dänemarks Königin Margrethe und sogar Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel haben sich in Schale geschmissen und sind bereit für die volle Dröhnung (Auszüge aus Nabucco, Fledermaus und dem fliegenden Holländer, sowie die Eröffnungsrede von König Harald).  Allein die Ankunft der Gäste, ein glamouröses Ereignis. Der rote Teppich ist ausgerollt und die Hoheiten, Exzellenzen und Berühmtheiten schreiten die ausladenden Treppenstufen empor zum Haupteingang, vorbei an einem Spalier aus jungen Balletttänzern.

 Kinder am Rand machen sich immer gut.

Aber just in dem Moment als Dänemarks Königin Margrethe die Treppen empor schreitet, kann sich ein kleiner Tänzer, vielleicht 8 Jahre alt, nicht mehr zurückhalten und übergibt sich laut plätschernd auf die Treppenstufen vor die Füße der Königin. Sicherheitsbeamten tragen den blassen Jungen vom Parkett, die Königin lächelt gequält und macht einen kleinen Ausfallschritt über die braune Pfütze hinweg.

Die Oper ist offiziell eingeweiht.

Warum dem kleinen Tänzer schlecht geworden war ist nicht bekannt.  

Tags: Oslo

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