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Appleby Horse Fair

8. Juni, 2008 von Anna Regeniter · 1 Leserbrief

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Die Hügel über Appleby sind weißgepunktet. Tausende von Wohnwagen stehen aneindergereiht am Eingang des kleinen Dorfes in Cumbria, dass zu normalen Zeiten nur zweitausend Einwohner zählt. Wie in jedem Juni seit 1685 treffen sich hier diese Woche Zigeuner und Irische Travellers, um ihre breitgebauten Pferde mit den riesigen Hufen, die Irish Cobs, zum Kauf anzubieten. Nach einem Bad im Fluss reiten die Händler die Tiere mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durchs Dorf, immer ohne Sattel, oft zu zweit auf einem Pferd. ‘Mind yer backs!’ schallt es durch die Strassen, dann poltern wieder ein paar galoppierende Tiere vorbei.

Nicht alles dreht sich nur ums Pferd: Wahrsagerinnen warten in ihren Wohnwagen auf Kundschaft (‘habe schon Beckham die Zukunft gelesen!’), Marktstände verkaufen alles von Kleidern über Kunsthandwerk bis zu Töpfen. Neben zehntausend Nichtansässigen kommen jedes Jahr um die dreißigtausend andere Besucher zum Pferdemarkt. Ein seltenes Ereignis: werden doch sowohl Roma als auch ihre irischen Gegenstücke in Großbritannien diskrimiert und gemieden wie sonst keine andere ethnische Minderheit. ‘No Travellers’ liest man sogar heute noch an manchen Pubs; immer wieder bezeichnen die Boulevardblätter sie als Abschaum. Bei der Appleby Horse Fair jedoch geht es friedlich zu. Nur die Polizisten schütteln öfters ratlos den Kopf, wenn wieder ein Zweispanner im vollen Galopp auf eine von Zuschauern verstopfte Strasse zufegt.horsefair21.jpg

Tags: Manchester

1 Leserbrief bisher. ↓

  • 1 Azuri // Jul 18, 2009 at 20:49

    Wer weiß mehr über die Pavees? zB ein gute Buchempfehlung, Künstler die sich mit diesen Minderheiten befassen…

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