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Österreichs Teamchef geht: „Ich will kein Tanzbär mehr sein“

24. Juni, 2008 von Nicole Kathrin Kierer · Keine Leserbriefe

Josef Hickersberger will nicht mehr Nationaltrainer sein (Bildquelle: ÖFB) 

Einen Tag nach dem Spiel gegen Deutschland verkündete der österreichische Fußball-Nationalteamtrainer Josef Hickersberger, dass er Teamchef bleiben wolle. Er fühle sich der Mannschaft verpflichtet. Vorgestern, am 23. Juni, sagte er der österreichischen Zeitung „Der Standard“, dass dies ein Fehler gewesen sei. Die Spieler hätten ihn an der Bar zum Weitermachen überredet: „Ich habe auf Emotionen gehört und bin dann mit der Willenserklärung in die Öffentlichkeit gegangen. In Wahrheit hätte ich mir Bedenkzeit nehmen sollen.“ Er höre auf, das Kapitel sei abgeschlossen.

Dass er seine Meinung noch einmal ändert, glaubt der zukünftige Ex-Nationaltrainer nicht. „Ich bin leer und müde, ich brauche eine Auszeit, muss die Batterien aufladen“, begründet er seine Kündigung. Für ein Bleiben fielen ihm maximal kleine Argumente ein. Schon am Sonntag, in einem Radiointerview auf Ö3, sagte der 60-Jährige, dass er der glücklichste Mensch sei, wenn jemand anders Teamchef würde.

Auch der vom Spielfeld verbannte Joachim Löw, hinter einer Glaswand eingesperrt, von Beamten bewacht, im Spiel Deutschland gegen Portugal hatte Einfluss auf Hickersbergers Entscheidung: „Unwürdig, das lässt mein Gerechtigkeitssinn nicht zu. Man behandelt uns wie Tanzbären. Ich will kein Tanzbär mehr sein.“ Die EURO 2008 sei trotzdem auch für ihn ein gigantisches Erlebnis gewesen. Letztendlich habe aber der „lachhafte Verweis auf die Tribüne im Deutschlandspiel“ Symbolcharakter: „Der Übergang ins normale Leben. Ich habe mich entfernt.“ Fußballtrainer will Hickersberger weiterhin bleiben. Er kann sich vorstellen, wieder auf dem Platz zu stehen. Irgendwo.

Tags: Salzburg

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