
Die Alphamädchen der 70er sind alt geworden. Germaine Greer und Erica Jong wettern weiter, aber die heutigen Mädchen kennen kaum noch ihre Namen. Sie haben Namen wie Angrygrrrl oder DeadMenDon’tRape und kleben Sticker auf die nackten Seite-3-Girls der Boulevardpresse. Dem Mainstream jedoch sind sie weder modern noch cool genug.
Der wird stattdessen von einem anderen weiblichen Ideal beherrscht: den Wags. Wags, das stand ursprünglich für die ‘Wifes and Girlfriends’ der englischen Nationalelf. Mittlerweile bezeichnet es alle, die darauf hoffen, Anhängsel eines reichen Mannes zu werden, um sich dann ganz dem Shoppen und der Schönheitspflege hinzugeben. Laut einer Umfrage des More-Magazines träumen sechs von zehn jungen Britinnen davon, eine Wag zu werden. Posh Spice, die ‘Queen of Wags’, Coleen ‘Super Wag’ McLoughlin sowie Alex ‘Über-Wag’ Curran stehen immer noch ganz oben auf der Rangliste der Role Models.
Und selbst die Regierung streicht Coleen & Cos Vorbildfunktion heraus: Immerhin hätten neun der bekanntesten Wags einen der Realschulschulreife entsprechenden Abschluss und wären somit „hochqualifiziert“, die englischen Teenies zum Büffeln anzuregen.
Vielleicht ist es höchste Zeit, dass England sich einer Landsfrau der etwas anderen Art besinnt. Der Skandalroman ‘Feuchtgebiete’ der gebürtigen Britin Charlotte Roche wird bald auch in englischer Übersetzung erscheinen. Ob die angehenden Wags allerdings zwischen Nagelpflege und Sonnenbank dazu kommen, ihn zu lesen, ist fraglich.
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