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Die Margarine ist der Butter sein Tod, dank allen anderen.

1. November, 2008 von Laura Kroth · 5 Leserbriefe

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Unterwegs in der Zürcher Innenstadt wundere ich mich über Grammatik und Geschmack Schweizer Reklame. Der Mobilfunkanbieter Orange wirbt mit dem Claim „Ich bin wer ich bin dank allen anderen“. Warum das so sein soll und ob man deshalb mit Orange telefonieren sollte, wäre die eine Frage. Die andere dringlicher: Wie steht es um die Grammatikkenntnisse Schweizer Werbetexter? Nicht besonders möchte man antworten, und das, obwohl sich auch in unserem Nachbarland Bastian Sicks Bestseller großer Beliebtheit erfreut.

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Ein weiterer, wie man in der Werbung sagen würde „geschmacklerischer“ Grenzfall begegnet mir nur drei Plakattafeln weiter: Die Schweizer Milchproduzenten lancieren derzeit eine Pro-Butter-Contra-Margarine-Kampagne. Ihr Prinzip ist einfach: Ein sympathischer Durchschnittstyp bekennt sich zu seinem Butterkonsum („Ich esse Butter“) eine andere weniger durchschnittliche Person gesteht, auf den Genuss von Butter zu verzichten („Ich nicht.“). Darunter der Claim: „Butter. Alles andere ist nicht natürlich.“

Wenn das Motiv beim Rezipienten noch Fragen hinterlässt, so verspricht die Website Aufklärung. Doch dort gibt es neben Koch- und Backrezepten mit ganz viel Butter, einer Gegenüberstellung der guten, da natürlichen Butter und der bösen, da künstlichen Margarine nur noch weitere geschmacklose Motive zum immer gleichen Claim.

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Dieser ließe sich auch beliebig weiter deklinieren. Zum Beispiel zur Abschaffung der Erbschaftssteuer: „Ich bin reich. Ich nicht. Reich sein. Alles andere ist nicht natürlich. Oder für die SVP, die sich bereits auskennt mit diskriminierendem Wahlkampf. „Ich bin weiss. Ich schwarz. Weiss sein. Alles andere ist nicht natürlich.“ Bin ich froh, dass meine Haut weiss ist und ich nicht unter einer Laktoseintoleranz leide!

Tags: Zürich

5 Leserbriefe bisher. ↓

  • 1 Anna // Nov 1, 2008 at 21:34

    Die Butter-Werbung - ekelhaft. D’accord. Aber Grammatik-Besserwisserei bitte erst, wenn du die Relativpronomen in deinen Sätzen erkennst.

  • 2 Fabian // Nov 5, 2008 at 20:44

    hmm, butter…

  • 3 Spencer // Nov 6, 2008 at 20:58

    Das ist echt die schadenfrohste Werbekampagne, die ich je gesehen habe. Ich bin jetzt noch voller Schaudern wegen Schweizer Geschmack. Boykottiere Schweizer Butter! Geschwister Kroth: kaufet auslaendische Butter!

  • 4 bunny // Mai 13, 2009 at 18:13

    Den Schweizern Grammatik beibringen, dazu auch noch deutsche, ist ja wie wenn ein zugroaster in Minga dem Bäcker erklärt, dass die Semmeln Brötchen heissen…

  • 5 Chi // Mai 19, 2009 at 15:34

    Ich finde diese Werbung unverschämt…
    zum beispiel die mit den Beiden Männern, das ‘ich nicht’ Kerl ist doch einfach hübscher und es gibt viele Leute die so aussehen und sich über ihr aussehen auch Gedanken machen.
    Ich esse auch Butter, aber so aussehen wie die ‘ich esse butter’ leute. Nein danke-lieber Margarine

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