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	<title>weltläufig.de</title>
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	<description>Die offizielle Seite einer bunteren Welt</description>
	<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 11:52:50 +0000</pubDate>
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		<title>Konservierte Aussichtslosigkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 19:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz Alexander Heiser</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Paris]]></category>

		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	
Paris/Clichy-sous-Bois, Ende November 2009. Auf dem Boden der Parkfläche beschreibt der Ruß ein längliches Rechteck. Der Parkplatz liegt eingezwängt zwischen Wohnblöcken, deren gräulich-beige Fassade im matten Novemberlicht noch mehr erblasst. Wir befinden uns am Ortseingang von Clichy-sous-Bois. Hier, 15 Kilometer südlich von Paris, begannen im November 2005 die Unruhen, die Frankreich und Europa in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p lang="de-DE"><title></title> 	<!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 	--></p>
<p><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2"><em>Paris/Clichy-sous-Bois, Ende November 2009.</em> Auf dem Boden der Parkfläche beschreibt der Ruß ein längliches Rechteck. Der Parkplatz liegt eingezwängt zwischen Wohnblöcken, deren gräulich-beige Fassade im matten Novemberlicht noch mehr erblasst. Wir befinden uns am Ortseingang von Clichy-sous-Bois. Hier, 15 Kilometer südlich von Paris, begannen im November 2005 die Unruhen, die Frankreich und Europa in ihren Bann zogen. Nur einen Steinwurf von den Blöcken entfernt, befindet sich das Rathaus der 30.000-Einwohner-Gemeinde. Die <em>Mairie</em> setzt mit ihrem französischen Landhausstil einen irritierenden Kontrapunkt zur rechteckigen Architektur der direkten Umgebung.</font></font></font><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/1_buergermeisterclichyredetx.jpg" title="Claude Dilain in der Mairie von Clichy-sous-Bois" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/1_buergermeisterclichyredetx.jpg" alt="Claude Dilain in der Mairie von Clichy-sous-Bois" width="358" height="269" /></a></p>
<p lang="de-DE"><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Im zweiten Stock erwartet uns Claude Dilain. Der Sozialist ist seit 1995 Bürgermeister der wohl berüchtigtsten Pariser Vorstadt. „Wir sind eine sehr arme Gemeinde“, gibt Dilain zu. Der Ausländeranteil ist mit rund einem Drittel hoch, etliche Migranten mit französischem Pass kommen noch hinzu. Aber das Hauptproblem, meint der Bürgermeister, sei die Isoliertheit: „Wir sind hier nur 15 Kilometer von Paris entfernt, aber es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel nach Paris.“ Aktuell wird der Bau einer Straßenbahn nach Clichy in der französischen Nationalversammlung diskutiert. Ein Thema, das in Deutschland regional geregelt würde, beschäftigt in Frankreich die höchste Gesetzgebung. 2015 soll die Tram fahren. Der Bürgermeister befürchtet eine Verzögerung bis 2020.</font></font></font></p>
<p><font color="#000000">„<font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Es wird noch immer ein Teil der französischen Bevölkerung vernachlässigt“, warnt Dilain, „es kann immer wieder zur Explosion kommen.“ In Clichy gibt es bei 20 Prozent Arbeitslosigkeit kein Arbeitsamt und keine Sozialkasse. Ebenso fehlt ein Polizeirevier. Der Bürgermeister vermutet dahinter den politischen Willen, die Armen an einem Ort zu bündeln und auszugrenzen.</font></font></font></p>
<p><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/2_lyceeeingangvergittertx.jpg" title="Der vergitterte Eingang des Lycée Alfred Nobel" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/2_lyceeeingangvergittertx.jpg" alt="Der vergitterte Eingang des Lycée Alfred Nobel" width="356" height="268" /></a></p>
<p lang="de-DE"><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Doch in einigen Bereichen scheint sich nach 2005 etwas zu tun. Sonderzonen für Bildung, die sogenannten ZEP, begünstigen Schulen in Problemvierteln. Eine dieser Schulen ist das Lycée Alfred Nobel. Der Eingangsbereich des fantasielosen Betongebäudes der Oberschule ist vergittert. Seit fünf Jahren müssen Besucher eine Sicherheitsschleuse passieren. „Hier müssen die Jugendlichen ihren Schülerausweis vorzeigen, um eingelassen zu werden“, erläutert Lydie Deluri, die Vize-Rektorin des Lycées. Waffenkontrollen werden aber nicht durchgeführt.</font></font></font></p>
<p lang="de-DE"><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Nur 60 Prozent der Jugendlichen in Clichy besuchen eine Oberschule. Die anderen sind meist ohne Perspektive. Einer der an seinem Abitur baut ist Abdel Bendahman. Der 17-Jährige besucht seit einem Jahr den werkschulischen Zweig des Lycée Alfred Nobel. Hier, in einer elektrotechnischen Spezialwerkstatt der Schule, werkelt er mit seinen Klassenkameraden an Modellen von Industrieanlagen: Vom Gabelstapler bis zur Solaranlage schrauben sie an allem herum. „Am besten liegt mir das Verkabeln“, bekennt Abdel. Eines Tages möchte er Elektroingenieur werden. Er glaubt nicht, dass sein Lebenslauf für seine beruflichen Ziele hinderlich sein könnte. Der Sohn algerischer Einwanderer klingt überzeugt: „Abitur ist Abitur!“ Statistiken widerlegen den Optimismus Abdels. Sie belegen, dass Jugendliche wie er im Berufsleben mit einer doppelten Benachteiligung zu kämpfen haben. Zum einen ist da das Auftauchen eines Problemviertels im Lebenslauf: Das reicht vielen Personalchefs schon, die Bewerbung abzulehnen. Und zum anderen ist da Abdels fremd klingender Familienname, der ebenfalls nachweislich zur Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt beiträgt.</font></font></font></p>
<p lang="de-DE"><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Doch diese strukturellen Probleme wollen sie auf dem Lycée nicht wahrhaben. Vize-Rektorin Deluri verweist lieber auf die Kooperation mit dem Sciences-Po. Die elitäre Pariser Hochschule für Politikwissenschaften hat eine Quote für Jugendliche aus Problemvierteln eingerichtet. Dass das nur einer handvoll Jugendlichen eine Perspektive bietet, wird dabei geflissentlich übersehen.</font></font></font></p>
<p lang="de-DE"><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Derweil ist wenige Kilometer Luftlinie entfernt der Staatspräsident Nicolas Sarkozy zu seinem jährlichen Besuch in den Banlieues. In Bobigny spricht Sarkozy davon, die Anzahl von Überwachungskameras im öffentlichen Raum bis 2012 zu verdreifachen. Für den Präsidenten stellt sich die Frage der vernachlässigten Banlieues als ein sicherheitspolitisches Problem.</font></font></font></p>
<p><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/3_clichyparkplatzwohnblocksx.jpg" title="Ein demoliertes Auto auf einem Parkplatz" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/3_clichyparkplatzwohnblocksx.jpg" alt="Ein demoliertes Auto auf einem Parkplatz" width="384" height="289" /></a></p>
<p lang="de-DE"><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Auf einer Stadtrundfahrt durch Clichy-sous-Bois kann man hingegen die Vielschichtigkeit des Problems erkennen. Seitlich der holprigen Straßen erstrecken sich die heruntergekommenen Wohnblöcke, vor deren Kulisse die brennenden Autos und vermummten Jugendlichen 2005 im Fernsehen so bedrohlich wirkten. Hier wohnen viele Arme in beengten Verhältnissen. Sozialwohnungen entstehen indessen viele in Clichy-sous-Bois. Mit ihrer geringen Geschossanzahl, wirken die neuen Gebäude wie Schuhschachteln im Vergleich zu den bedrohlichen Riesen die sie flankieren. Hier zeigt sich jedoch das Dilemma der Stadtentwicklungspolitik: Viele der Block-Bewohner sind ohne Alternative - sie haben keinen Pass und können keine Sozialwohnung beantragen. Wird ihr Block abgerissen und durch Sozialwohnungen ersetzt, sitzen sie auf der Straße. Dadurch werden sie dem nächsten dubiosen Immobilienhai in die Fänge getrieben. Aber Abhilfe ist nicht in Sicht: „Solange ich Präsident der Republik bin, werde ich keine globale Legalisierung der Menschen ohne Papiere akzeptieren“, verkündet Sarkozy in Bobigny. Problemlösung heißt hier nur Problemverlagerung.</font></font></font></p>
<p><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/4_blickvomministeriumx.jpg" title="Blick vom Ministerium über Paris" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/4_blickvomministeriumx.jpg" alt="Blick vom Ministerium über Paris" width="354" height="266" /></a></p>
<p lang="de-DE"><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Am nächsten Nachmittag treffen wir Thierry Tesson. Der Stabsschef von Fadela Amara, der Staatssekretärin für Stadtentwicklungspolitik, empfängt uns im siebten Stock des Ministeriums. Vor dem Panorama des Eiffelturms spricht er über das Ziel seiner Behörde, die Kluft zwischen der Banlieue und dem Zentrum zu verringern. Auf das Problem der Schulabbrecher und Illegalen angesprochen, reagiert er ausweichend. Eigentlich gehe es doch nur ums Geld, meint Tesson: „Frankreich gibt viel Geld für Stadtentwicklungspolitik aus. Aber die Gemeinden setzen die Gelder nicht immer sinnvoll ein.“</font></font></font></p>
<p lang="de-DE"><font color="#000000"><font face="Verdana, sans-serif"><font size="2">Doch während Zentralstaat und Gemeinden sich gegenseitig des Aktionismus bezichtigen, bleibt der Kern des Problems unangetastet: Den bilden die Jugendlichen, die der Staat mit all seinen wohlgemeinten Projekten nicht erreicht - diejenigen ohne Schulabschluss und ohne Papiere.</font></font></font></p>
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		<title>Recherche. Reise. Paris</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 15:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Braun</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leser,
vor einiger Zeit erhielt ich eine Nachricht von Moritz Alexander Heiser, der 2008 für weltläufig.de aus Lissabon berichtet hatte. Er wies mich auf das Destillat einer seiner Recherchereisen hin, die ihn - unterstützt durch ein Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und des Pressenetzwerk für Jugendthemen e.V. (PNJ) - nach Paris geführt hatte. Das Thema: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/globus.jpg' title='globus.jpg'><img src='http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2010/04/globus.jpg' alt='globus.jpg' /></a></p>
<p>Liebe Leser,</p>
<p>vor einiger Zeit erhielt ich eine Nachricht von <a href="http://www.weltlaeufig.de/author/mheiser/" >Moritz Alexander Heiser</a>, der 2008 für weltläufig.de aus <a href="http://www.weltlaeufig.de/category/lissabon/" >Lissabon </a>berichtet hatte. Er wies mich auf das Destillat einer seiner Recherchereisen hin, die ihn - unterstützt durch ein Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks (<a href="http://www.dfjw.org/" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/article/www.dfjw.org');">DFJW</a>) und des Pressenetzwerk für Jugendthemen e.V. (<a href="http://www.pressenetzwerk.de/" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/article/www.pressenetzwerk.de');">PNJ</a>) - nach Paris geführt hatte. Das Thema: „Jugendsozialarbeit in den Pariser Vorstädten” - vier Jahre nach den Unruhen in den Banlieues.</p>
<p>Kleiner Exkurs zum besseren Verständnis:</p>
<p><strong>Banlieue</strong> [bɑ̃ˈljø] (weiblich, französisch wörtlich Bannmeile, von lateinisch bannum leucae) ist der französische Ausdruck für eine Vorstadt im Sinne der Gesamtheit der Vororte einer Großstadt. Es ist nicht ein einzelner Vorort gemeint. Historisch entstand die Bezeichnung für den Bereich von einer Meile um die Stadt, der noch der städtischen Gerichtsbarkeit unterstand.</p>
<p><strong>Unruhe</strong> steht für:</p>
<p>    * subjektiv: das Gefühl mangelnder Ruhe<br />
    * sozial: Unruhen (pl.), Aufruhr, Revolte, Meuterei, Aufstand (Rebellion) usw.<br />
    * psychologisch: Nervosität</p>
<p>Soweit Wikipedia, nun zu dem, was Moritz vor Ort erlebt hat&#8230;</p>
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		<title>Einkaufen im Bildungsmarkt</title>
		<link>http://www.weltlaeufig.de/2009/12/24/einkaufen-im-bildungsmarkt/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 23:48:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Loy</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Santiago de Chile]]></category>

		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Während der Großteil der Santiaguiner bei Temperaturen um die 35 Grad dieser Tage dem Weihnachtsfest entgegenhechelt, hält das Jahresende für die chilenischen Schulabgänger noch ein Bonbon bereit, das nicht nur über die Stimmung unterm Plastikchristbaum, sondern auch über ihre persönliche Zukunft entscheidet: die Ergebnisse der PSU.

Diese sogenannte Prueba de selección universitaria ist eine landesweite zentrale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während der Großteil der Santiaguiner bei Temperaturen um die 35 Grad dieser Tage dem Weihnachtsfest entgegenhechelt, hält das Jahresende für die chilenischen Schulabgänger noch ein Bonbon bereit, das nicht nur über die Stimmung unterm Plastikchristbaum, sondern auch über ihre persönliche Zukunft entscheidet: die Ergebnisse der PSU.</p>
<p><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/12/dsc01851.JPG" alt="dsc01851.JPG" align="middle" height="300" width="400" /></p>
<p>Diese sogenannte <em>Prueba de selección universitaria</em> ist eine landesweite zentrale Auswahlprüfung, deren Ergebnisse dieser Tage veröffentlicht wurden und die darüber entscheiden, wer was an welcher Universität in Chile studieren kann und darf.<br />
Warum aber sollte das (selbst den kosmopolitischen) deutschen Leser interessieren? Ganz einfach: Wer einen Blick auf die PSU und die grundsätzliche Einrichtung des chilenischen Bildungssystems wirft, dem werden einige Parallelen zu den Entwicklungen in Deutschland in den vergangenen Jahren nicht verborgen bleiben. Aber der Reihe nach:</p>
<p><strong>1. Die Macht des Marktes:</strong><br />
Stolz wie die Spanier waren die Chilenen vor einigen Wochen, als man als 31. Land in die OECD aufgenommen wurde. Für viele war es der Beweis, dass Südamerikas wirtschaftlich am besten dastehendes und am weitesten entwickeltes Land endgültig im Konzert der &#8220;Großen&#8221; angekommen ist. Für das Bildungssystem kann das allerdings nicht gelten, denn dort herrscht weiterhin das größte Problem des Landes: extreme Ungleichheit. Die grundsätzliche Einrichtung dieses Bildungssystems ist noch immer ein Erbe der nun vor beinahe 20 Jahren untergegangenen Pinochet-Dikatur, welche dem Bildungssystem das gleiche Heilmittel verabreichte wie zuvor schon der Rentenversicherung, dem Gesundheitssystem oder einem Großteil der nationalen Gewässer: Privatisierung. Dies führte, grob gesagt, im chilenischen Schulwesen zu einer Dreigliederung, die heute den Kern allen Übels darstellt: Zum einen existieren da die sog. <em>colegios particulares</em>, d.h. Privatschulen, die ihre Klientel klar nach Marktprinzip auswählt: Willkommen ist, wer zahlen kann. Diese Privatschulen, zu denen auch beispielsweise die angesehenen Deutschen Schulen zählen, bieten so ziemlich alles, was das Elternherz begehrt, vom besten Lehrpersonal über Sportstadion, Schwimmbad und eigenes Ferienheim bis zur schuleigenen Hauskirche, wo der Nachwuchs andächtig für seine armen Landsleute betet, die irgendwo da draußen hinter dem hohen Schulzaun ihr Dasein fristen. Das alles hat natürlich seinen Preis: Wenn man bedenkt, dass pro Kind auf einer durchschnittlich guten Privatschule monatlich umgerechnet durchaus mal um die 300 Euro fällig werden, dann kann man sich in einem Land mit einem Mindestlohn um die 200 Euro vorstellen, wessen Kinder da in diesen Gefilden unterwegs sind.</p>
<p>Sozusagen die zweite Kategorie des Schulsystems bilden die sog. <em>colegios particulares-subvencionados</em>, d.h. meist Schulen kirchlicher Träger, welche sich anteilmäßig über Schulgeld und öffentliche Zuwendungen finanzieren. Beinahe jede chilenische Familie, deren Kinder nicht mit der Rolex am Handgelenk auf die Welt kommen, aber es mal zu etwas bringen sollen, versucht, ihre Kinder irgendwie auf einer dieser Schulen unterzubringen, auch wenn sie sich das Schulgeld von rund 100 Euro im Monat vom Munde absparen müssen. Dies wird vor allem dann verständlich, wenn man die Realität der dritten Kategorie, der sog. <em>colegios subvencionados</em> kennt: Dank General Pinochet hat sich der ansonsten so mächtige chilenische Zentralstaat bei der Bildung fein aus der Affäre gezogen, weshalb für die öffentlichen Schulen in Chile die jeweiligen Kommunen zuständig sind. Das funktioniert im Endeffekt nach dem Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Oder umgekehrt: Die ohnehin schon ärmsten Kommunen, wo der überwiegende Teil der Kinder auf kostenlose öffentliche Bildung angewiesen ist, haben pro Kopf gesehen die geringsten Investitionsmöglichkeiten für ihre Bürger, die sie am dringendsten bräuchten.</p>
<p>Die Gegensätze sind dementsprechend krass: Während die Privatschulen um den Nachwuchs des Geldadels mit <em>playgroups</em>, also Kleingruppen mit Englischunterricht, schon für Kleinkinder kämpfen, zwängen sich in den öffentlichen Schulen bis zu 60 Kinder pro Klasse in baufälligen Gebäuden unter Aufsicht überforderter und verständlicherweise frustrierter Lehrpersonen, für die natürlich ebenfalls der Matthäus-Effekt gilt: Wer als Lehrer noch alle Kugeln am Christbaum hat, sieht zu, auf einer gemütlichen, gut zahlenden Privatschule unterzukommen, um nicht am Ende in der Vorhölle irgendeiner öffentlichen Einrichtung den täglichen Kampf mit den verlorenen Seelen aus den Armenvierteln ausfechten zu müssen. Dass es die seit 20 Jahren regierende Mitte-Links-Koalition der <em>Concertación</em> nie geschafft hat, dieses System aufzubrechen, ist eines ihrer größten Versäumnisse. Dass sich jetzt allerdings die politische Rechte, die eine Verfassungs- und damit eine Bildungsreform über Jahre im Senat blockierte, damit brüstet, das Bildungssystem besser und gerechter machen zu wollen, darf getrost als schönes Beispiel politischen Zynismus&#8217; gewertet werden.</p>
<p><strong>2. Maultiere und Rennpferde:</strong><br />
All diese Unterschiede - und damit zurück zum Ausgangsthema- interessieren allerdings nicht mehr, wenn die große PSU ansteht. Die berücksichtigt nämlich nicht, wer wo zur Schule gegangen ist. Auf der Rennwiese würde das in etwa bedeuten: Der arabische Millionenhengst, der Zeit seines Lebens unter der warmen Sonne Dubais das beste Trainig und das gesündeste Futter erhalten hat, startet im gleichen Lauf wie das bolivianische Maultier, das seit Geburt an jeden Tag mit seinen krummen Beinen durch die Anden gestiegen ist und am Ende des Tages über ein trockenes Brot froh sein musste. Bei der PSU aber interessiert das alles nicht, am Ende zählt die Punktzahl, welche darüber entscheidet, wer was wo studiert - wenn er die Mittel dazu hat. Darüber hinaus kann man sich auch fragen, welche Folgen eigentlich dieses Messinstrument für Wissen, die PSU, wirklich hat: überwiegend aus Multiple Choice-Fragen bestehend, werden die chilenischen Schüler ab der Mittelstufe permanent auf eben dieses System getrimmt. Nur wirklich böse Zungen wie die meine würden behaupten, dass darin der Grund dafür liegt, dass viele chilenischen Studenten immer dann der Schweiß ausbricht, wenn sie plötzlich gefordert sind, Essays zu schreiben oder andere Aufgaben zu erfüllen, deren geistige Anforderung über das korrekte Setzen eines Kreuzes im richtigen Kästchen hinausgeht&#8230;</p>
<p><strong>3. Einmal Hochschulstudium, bitte:</strong><br />
Sind die PSU-Ergebnisse dann da, geht der große Run auf die Universitäten los. Universität - darunter darf man sich in Chile nicht zwangsläufig das vorstellen, was man aus Europa gewohnt ist. Solange nämlich einige rechtliche Rahmenbedingungen erfüllt, kann hier so ziemlich jeder seine eigene aufmachen und diese dann auch so nennen. Dies führt dazu, dass allein hier in Santiago eine solche Vielzahl an &#8220;Universitäten&#8221; existiert, dass man an beinahe jeder Straßenecke eine finden kann, die in Größe und Schülerzahl in einer durchschnittlichen deutschen KiTa in Vorpommern entspricht. All dies ist natürlich auch ein Verdienst des Marktes: Jeder sucht sich das aus, was er möchte und er bezahlen kann. Die Jagd um die Studenten nimmt dabei gerade in der Zeit vor Weihnachten jedes Jahr krassere Formen an, wenn die Universitäten mit ihrer Werbung Metrostationen, Großwerbetafeln und Fernsehspots anfüllen, um ihre &#8220;Kunden&#8221; zu werben. Zwar gibt es staatliche Einrichtung wie die alte, prestigträchtige Universidad de Chile, aber hinsichtlich der Studiengebühren unterscheiden diese sich nicht von den zahlreichen Privaten: je nach Studiengang und Uni können sich die Gebühren hier zwischen 200 (Religion an einer mittelmäßigen Hochschule) und 800 Euro (Medizin an einer Bonzenhochschule) bewegen- im Monat wohlgemerkt. Ohne hier wieder den chilenischen Durchschnittslohn bemühen zu wollen, ist wohl jedem klar, dass derartige finanzielle Belastungen nur durch ein Mittel getragen werden können, mit dem sich der schöne Kreis der Marktwirtschaft dann wieder schließt: ein Bankkredit mit netten Zinsen, der sicher stellt, dass man nach auch nach Studienende für einige Zeit nicht ruhig schlafen wird.</p>
<p>Was hat das alles mit Deutschland zu tun? Natürlich soll man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, aber wenn man die Tendenzen der letzten Jahren betrachtet, ist die Richtung durchaus klar: das Bürgertum flüchtet mit jedem Jahr in größerer Zahl in die wie Pilze aus dem Boden schießenden Privatschulen, aus Angst, der Nachwuchs lande unweigerlich in der Gosse, wenn er nicht mit spätestens sieben Jahren die ersten Sätze Mandarin fehlerfrei artikulieren kann. Alle Kultusminister stürzen sich der Reihe nach wie die Lemminge ins G8-Getümmel aus lauter Angst, dass ein zusätzliches Schuljahr mittelfristig den sicheren Untergang der deutschen Wirtschaft wegen mangelnder &#8220;Wettbewerbsfähigkeit&#8221; bedeute (aus dem Mund manches Parteibücklings, der es durch Seilschaften auf den Ministerposten geschafft hat, klingt dieses Wort freilich so qualifiziert, wie eine Aussage des Papstes über Wege zu erfüllendem Sex). Und seit in den deutschen Universitäten die stark überteuerte Reforma bolognese ausgebrochen ist, wundert man sich ja eigentlich über gar nichts mehr&#8230;</p>
<p>Was hat das alles mit Entwicklungspolitik zu tun? Einiges. Zwar ist Chile sicherlich kein Entwicklungsland mehr und schickt sich an, in den nächsten fünf Jahren endgültig das Niveau Portugals und Italiens zu erreichen. Andererseits aber muss man sich als Chilene und auswärtiger Sympatisant des Landes einfach nur die Haare raufen, wenn man sieht, wie die politische und wirtschaftlich Elite über die Entwicklungspotentiale des Landes schwadroniert und sich dabei selbst in die Tasche lügt: Chile macht sein schönes BIP mit Kupfer, Früchten, Wein, Lachs und Holz, d.h. mit Rohstoffen, die es exportiert. Wer aber in der OECD wirklich zu den Großen gehören will, muss auf dem sekundären und tertiären Sektor angreifen - wofür man wiederum ein funktionierendes Bildungssystem als Voraussetzung benötigt. Dass bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl mit Sebastián Piñera der Kandidat der Rechten dicke 44 % einfuhr und damit klarer Favorit der Stichwahl im Januar ist, lässt allerdings Zweifel aufkommen, dass die Mehrheit hierzulande verstanden hat, um was es wirklich geht. Kleiner Trost: Als Milliadär mit eigenem Fernsehkanal und Teilhaber am größten Fußballklub des Landes, käme man mit Piñera an der Spitze des Landes Italien immerhin diesbezüglich auf einen Schlag ziemlich nahe&#8230;</p>
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		<title>(L) Ost in Paris</title>
		<link>http://www.weltlaeufig.de/2009/11/29/l-ost-in-paris/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 21:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nbeisler</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Paris]]></category>

		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[
 In den letzten Wochen habe ich meine nationale Identität – unabhängig von der Diskussion der französischen Nationalidentität – einige Male reflektiert.

Der 9. November wurde schon im Oktober mit vielen Dokumentationen über die DDR und den Mauerfall medial vorbereitet. Ich war froh endlich – nicht wie sonst – ständig  mit Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><title></title></p>
<p align="JUSTIFY"> <font face="Arial, sans-serif">In den letzten Wochen habe ich meine nationale Identität – unabhängig von der Diskussion der französischen Nationalidentität – einige Male reflektiert.</font></p>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/11/ddr-in-paris.jpg" title="DDR BRD FRANCE EU" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/11/ddr-in-paris.jpg" alt="DDR BRD FRANCE EU" width="486" height="311" /></a></p>
<p align="JUSTIFY"><font face="Arial, sans-serif">Der 9. November wurde schon im Oktober mit vielen Dokumentationen über die DDR und den Mauerfall medial vorbereitet. Ich war froh endlich – nicht wie sonst – ständig  mit Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg konfrontiert zu werden. Doch schnell zeigte sich, dass einige Dokumentationen falsche Informationen und Bilder der DDR verbreiteten. </font></p>
<p align="JUSTIFY"><font face="Arial, sans-serif">Als Deutsche begegne ich oft dem Thema der beiden Weltkriege - im Rahmen von Filmen und Dokumentationen, aber auch im Zuge der  Feiertage oder mittels kleiner Jungs gyanischer Herkunft, die in der Schule mit „Halt“-Rufen gepaart mit einer  Art Hitlergruß vor mir salutieren. Der schwierige und vor allem undifferenzierte Umgang mit Geschichte vieler Franzosen wird hier offensichtlich.</font></p>
<p align="JUSTIFY"><font face="Arial, sans-serif">Als „Ostdeutsche“ jedoch wird meine persönliche Nationalidentität, die sich aus verschiedenen Teilen zusammensetzt (u.a. Kindheit in der DDR), auf Gröbste durch den französischen Umgang mit Geschichte beleidigt. Ich ernte normalerweise überraschte Gesichtsausdrücke oder mitleidige Blicke, wenn Menschen erfahren, dass ich in der ehemaligen DDR geboren wurde. Überraschung, weil damit eine Folge  des Mauerfalls (Zonenkind macht Auslandsstudium) für sie sichtbar und spürbar wird. Denn ich wäre niemals in Paris, wenn die Mauer nicht vor 20 Jahren gefallen wäre. Mitleid dafür, dass ich meine ersten Lebensjahre in einem totalitären Staat verbringen musste.</font></p>
<p align="JUSTIFY"><font face="Arial, sans-serif">Zwei Erlebnisse haben mich besonders geprägt:</font></p>
<p align="JUSTIFY"><font face="Arial, sans-serif">Vor einem Jahr fragte mich ein guter Freund, ob wir denn immer etwas zu essen gehabt hätten in der DDR. Aus dem Fernsehen von damals wisse er, dass die Menschen in der DDR im stetigen Mangel gelebt hätten. Ich war zunächst einmal sprachlos</font><font face="Arial, sans-serif">, klärte ihn aber auf, dass wir zwar nicht immer Alles, aber doch Manches gehabt haben. Vor allem Lebensmittel.<br />
</font></p>
<p align="JUSTIFY"><font face="Arial, sans-serif">Außerdem lässt mich eine andere Begegnung bis heute nicht in Ruhe. Ich war in meinem ersten Jahr in Paris bei einer Lehrerkollegin zu einem Dîner eingeladen. Ich habe nicht nur ihre Kinder sondern auch ihre über 80jährige Großmutter kennen gelernt. Sie erzählte von ihrer Jugend und wie sie Nazioffiziere in ihrer Heimatstadt immerzu in die falsche Richtung geschickt hat, wenn diese nach dem Weg fragten. Das war ihre Art der Rebellion gegen die „Occupation“ (Besatzung). Ich bewunderte sie für ihr Handeln, dass sowohl von Mut als auch von Dummheit und jugendlicher Rebellion zeugte. Denn sie hatte nicht wenige junge Männer gesehen, die von eben jenen Besatzern sogar grundlos erschossen wurden. Doch als sie mit ihrer Enkelin erfuhr, dass ich im Osten Deutschlands geboren bin, sahen mich beide an, als sei ich ein seltenes Tier im Zoo. Ich weiß bis heute nicht, wie ich darauf reagieren soll. </font></p>
<p align="JUSTIFY"><font face="Arial, sans-serif">Vielleicht war die weltweite Beschäftigung mit dem Mauerfall von 89 schon allein deshalb sinnvoll, weil in vielen Dokumentationen weltweit auch einige Wahrheiten über die DDR verbreitet wurden. </font></p>
<p align="JUSTIFY"><font face="Arial, sans-serif">PS: Gleich nach den Feierlichkeiten zum Mauerfall schlossen sich übrigens das Feiern der Armistice, dem deutsch-französischen Waffenstillstand von 1918, an. Im Fernsehen liefen – was sonst? – diverse Kriegsdokumentationen.</font></p>
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		<title>Feindliche Übernahme</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 19:59:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aehrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kiew]]></category>

		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war wie in einem Gangsterfilm: Zwei Auftragskiller stürmen in einen Möbelmarkt, zücken ihre Pistolen und eröffnen das Feuer auf den Inhaber des Shopping-Centers. Leibwächter stellen sich ihnen entgegen. Eine wilde Schießerei. Am Ende gibt es vier Tote. Der Drahtzieher soll ein berüchtigter Unterweltboss sein. Dieser wollte vermutlich das Geschäft an sich reißen. Solche &#8220;Raider-Attacken&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war wie in einem Gangsterfilm: Zwei Auftragskiller stürmen in einen Möbelmarkt, zücken ihre Pistolen und eröffnen das Feuer auf den Inhaber des Shopping-Centers. Leibwächter stellen sich ihnen entgegen. Eine wilde Schießerei. Am Ende gibt es vier Tote. Der Drahtzieher soll ein berüchtigter Unterweltboss sein. Dieser wollte vermutlich das Geschäft an sich reißen. Solche &#8220;Raider-Attacken&#8221; sind in der Ukraine keine Seltenheit. <a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/10/kiew-video-web.jpg" title="kiew-video-web.jpg" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/10/kiew-video-web.jpg" alt="kiew-video-web.jpg" /></a></p>
<p>Die ganze Ukraine redet über das Blutbad, das sich vergangene Woche in Kiew ereignete. Zwei Auftragskiller hatten den Besitzer eines Möbelhauses und zwei seiner Leibwächter erschossen. Auf der Flucht kaperten die Gangster zwei Autos. Einer der Killer verunglückte auf der Flucht, starb einen Tag später im Krankenhaus. Der andere konnte zwei Tage später geschnappt werden.</p>
<p><!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--><a href="http://kp.ua/daily/091009/197436/" title="Video ansehen" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/article/kp.ua');"> Überwachungskameras haben den Angriff aufgezeichnet.</a><!--[endif]--></p>
<p>Drahtzieher soll ein Moskauer Gangsterboss sein, der in der Unterwelt unter dem Namen „Merab“ bekannt ist, vermutet die Polizei. „Merab“ hatte es auf den Inhaber des Möbelhauses abgesehen, den armenischen Geschäftsmann Shabab Alyona. Der 49-jährige Armenier soll Schulden bei „Merab“ gehabt haben. Deshalb wollte der Moskauer Gangster dessen schickes Einkaufszentrum übernehmen. Weil der Geschäftsmann nicht einwilligte schickte „Merab“ das Killerkommando, glaubt die Polizei.<!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--></p>
<p>Gewaltsame „Firmenübernahmen“ waren in den neunziger Jahren keine Seltenheit und kommen auch heute noch in der Ukraine vor. Hinter den „feindlichen Übernahmen“ stecken so genannte „Raiders“. Sie besetzen Firmenzentralen, fälschen Inhaberdokumente oder ermorden Firmeneigentümer, um sich so ein bestimmtes Unternehmen einzuverleiben. Erst vor einigen Monaten hatte ein „Raider“ versucht, sich ein Kiewer Hotel unter den Nagel zu reißen. Das Hotelpersonal staunte nicht schlecht, als um 9.00 Uhr Morgens zwanzig kahlköpfige Schläger in Trainingsanzügen erschienen. Was die Gauner nicht wussten: Betreiber des Hotels ist das ukrainische Verteidigungsministerium.<!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--></p>
<p>Aber auch staatliche Stellen sind nicht gerade zimperlich, wenn es ums Geld geht. Im August tauchten rund einhundert Männer in Tarnanzügen vor dem privaten „Kaufhaus Ukraine“ auf.  Die Truppe wollte ein riesiges Werbeplakat heruntereißen, welches an der Fassade des Kaufhauses angebracht war. Daraufhin gab es eine Prügelei mit den Sicherheitsleuten des Kaufhauses. Der Auftraggeber der Paramilitärs: Die Stadtverwaltung Kiew. Angeblich hatte der Kaufhausbetreiber Gebühren für das Anbringen von Werbung nicht bezahlt.<!--[if !supportEmptyParas]--></p>
<p><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/10/kiew-4room-web.jpg" title="kiew-4room-web.jpg" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/10/kiew-4room-web.jpg" alt="kiew-4room-web.jpg" /></a></p>
<p>Der ermordete Geschäftsmann Shabab hatte erst im August das Möbelhaus „4 Room“ an der Kiewer Ringautobahn eröffnet. Der Armenier war mit seiner Familie 1988 in die Ukraine gezogen, betätigte sich in den neunziger Jahren im Zigaretten- und Alkoholhandel, betrieb Bäckereien und eine Döner-Kette und wurde später „sehr reich“, sagte eine Bekannte der Familie.</p>
<p>Am vergangenen Sonntag fand die Trauerfeier für die beiden getöteten Leibwächter statt. Sie gehörten der Spezialeinheit &#8220;Titan&#8221;, einer Gruppe des Innenministeriums an, und wurden Shabab gegen Bezahlung zur Seite gestellt. Shababs Familie hat inzwischen ein Kopfgeld von 200.000 US-Dollar auf Gangsterboss &#8220;Merab&#8221; ausgesetzt.</p>
<p><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/10/kiew-blick-web.jpg" title="kiew-blick-web.jpg" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/10/kiew-blick-web.jpg" alt="kiew-blick-web.jpg" /></a></p>
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		<title>Il me faut le code!</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Sep 2009 13:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nbeisler</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Paris]]></category>

		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	
Sehr interessant in Frankreich ist die Begebenheit, dass die Schlüsselbünde hier nicht mit so vielen Schlüsseln behangen sind wie in Deutschland. Dies beruht auf der Tatsache, dass die Haustüren vieler Appartementhäuser mit Zahlencodes gesichert sind.



Bei der Angabe der Adresse - zum Beispiel bei einer Einladung zum Dîner - bekommt man hier in Paris immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><title></title> 	<!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 	--></p>
<p align="left" lang="de-DE">Sehr interessant in Frankreich ist die Begebenheit, dass die Schlüsselbünde hier nicht mit so vielen Schlüsseln behangen sind wie in Deutschland. Dies beruht auf der Tatsache, dass die Haustüren vieler Appartementhäuser mit Zahlencodes gesichert sind.</p>
<p align="left" lang="de-DE"><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/09/il-me-faut-le-code.jpg" title="Panneaux de code d’accès"></p>
<p><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/09/il-me-faut-le-code.jpg" alt="Panneaux de code d’accès" width="340" height="274" /></p>
<p></a></p>
<p align="left" lang="de-DE">Bei der Angabe der Adresse - zum Beispiel bei einer Einladung zum Dîner - bekommt man hier in Paris immer noch eine kryptische Zahlen- und Buchstabenkombination dazu. Die sieht vielleicht so aus: B7A45 oder 1875A oder gar Y3607. Manchmal darf man sich sogar zwei notieren. Es gibt einen Code für die erste und einen Weiteren für die zweite Tür. Und in ganz feinen Häusern sollte man sich eine ganz lange Liste schreiben. Ohne diese steht man schon einmal etwas verloren vor der ein oder anderen Haustür&#8230;</p>
<p align="left" lang="de-DE">Mein persönlicher Rekord liegt bei fünf verschiedenen Codes für ein Appartementhaus. Einen für den Vordereingang, einen Weiteren für die Tore im Garten, Einen für den Hintereingang im Untergeschoss und Einen für den Hintereingang auf Erdgeschossebene. Nicht zu vergessen, der Code für den Fahrstuhl ist ebenfalls von entscheidender Wichtigkeit, denn die Treppen sind manchmal nicht leicht zu finden, deren Benutzung zum Teil sogar unerwünscht und überhaupt, ist die sportliche Aktivität direkt vor der Ankunft schlecht für den perfekten Auftritt beim Dîner.</p>
<p align="left" lang="de-DE">In den letzten Jahren habe ich also einige Codes verschlissen, allein für die Hauseingänge, die mich zu meinen verschiedensten Unterkünften führten. Nun bin ich glückliche Mieterin eines kleinen Appartements mit zwar zwei Eingangstüren, die jedoch mit demselben Code zu öffnen sind. Als ich nun nach einem sechswöchigen Heimataufenthalt vor ein paar Tagen nach Hause kam, stand ich geschockt vor meinem Hauseingang. Ich hatte tatsächlich meinen eigenen Haustürcode vergessen und ihn auch nirgendwo notiert. Nach einigen Minuten panischen Wühlens in meinem Gedächtnis kam Gott sei Dank eine Nachbarin nach Hause und tippte vor mir den Code ein. Schon nach den ersten beiden Tasten kam mir der Code wieder ins Gedächtnis und bleibt dank dieses Erlebnisses hoffentlich möglichst lange dort eingebrannt.</p>
<p align="left" lang="de-DE">Ich möchte nie wieder vor meiner oder einer anderen Tür stehen und denken:  „Il me faut le code!“ (Ich brauche den Code!)</p>
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		<title>Zwei von drei: Das Prinzip des Zürcher Kultursommers.</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Aug 2009 19:36:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lkroth</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Zürich]]></category>

		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Zürich ist eine übersichtliche Stadt: Eigentlich braucht Zürich für einen gelungenen Kultursommer nicht mehr als die Migros, die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und den Tagesanzeiger. Diesen drei Institutionen verdankt Zürich zwei von drei kulturellen Großereignisse des Sommers.

Den Auftakt machte am 1. Juli die 22. Stadtzürcher Seeüberquerung. Knapp 6000 Teilnehmer legten die 1450 Meter vom Strandbad Mythenquai [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zürich ist eine übersichtliche Stadt: Eigentlich braucht Zürich für einen gelungenen Kultursommer nicht mehr als die Migros, die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und den Tagesanzeiger. Diesen drei Institutionen verdankt Zürich zwei von drei kulturellen Großereignisse des Sommers.</p>
<p><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/08/seeueberquerung1.JPG" alt="Das Prinzip des Zürcher Kultursommers." /></p>
<p>Den Auftakt machte am 1. Juli die 22. Stadtzürcher Seeüberquerung. Knapp 6000 Teilnehmer legten die 1450 Meter vom Strandbad Mythenquai quer über den See bis ins Strandbad Tiefenbrunnen zurück. Alle, die aus Gefühlen der Eitelkeit oder des Fremdschämens von einer Teilnahme an kollektiven Aufwärmübungen absahen, hatten spätestens auf halber Strecke das Nachsehen. Denn weder mangelnde körperliche Fitness noch fehlende Kondition, sondern schlicht die niedrige Wassertemperatur konnte für manchen Schwimmer einen erfolgreichen Abschluss der Veranstaltung gefährden. Nach rund 40-minütigem bitterkaltem Wellenbad erreichten aber auch jene eitlen Sportler das andere Ufer und nahmen mit blauen Lippen, schlotternden Knien und zitternden Händen einen Becher heiße Brühe dankend entgegen. Ein tolles Ereignis, so eine „Seeüberquerig“! Möglich gemacht u.a. durch die Migros.</p>
<p>Weiter ging es am 8. August mit der Street Parade, dem „farbigsten Outdoor-Event der Welt“. Da ich mich selbst an diesem Tag außerhalb Zürichs befand, kann ich an dieser Stelle nur berichten, was mir aus zweiter Hand über die Street Parade zugetragen wurde, nämlich dreierlei: Mein Kollege, der sich ehrenamtlich als Rettungssanitäter engagiert, freute sich über den durch Dauerregen begrenzten Besucheransturm, andere Freunde und Bekannte trafen sich in einem Hinterhof oder auf einem Dach, jedenfalls abseits des Gelages und ein ehemaliger Kommilitone erzählte mir einst von einem Familienurlaub in der Schweiz, bei dem er sich samt seiner Eltern rein zufällig unter volltrunkenen Holländern und kollabierenden Teenagern wiederfand. Schreckliche Geschichte. Ach so: Diese Großveranstaltung kommt übrigens ganz ohne einen meiner drei Lieblingssponsoren aus. Die Street Parade findet statt dank der freundlichen Unterstützung von Coca Cola.</p>
<p>Den Abschluss des Kultursommers bildet vom 13. bis 30. August das Zürcher Theater Spektakel auf dem Festivalgelände am Mythenquai. Das Theater Spektakel feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Jubiläum und lädt jeden Abend zu zahlreichen Inszenierungen, Performances und Konzerten von Künstlern aus aller Welt ein. Die meisten Vorstellungen sind bereits wenige Stunden nach Beginn des Vorverkauf ausverkauft, ich durfte mich gestern zu den Glücklichen zählen, die ein Billet für das Stück des jungen brasilianischen Choreografen und Ex-Hip-Hopper Bruno Beltrão und seiner „Grupo de Rua“ ergattern konnten. Die Tänzer wirbelten geräuschlos über die Bühne, rollten rückwärts auf allen Vieren. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OmsEgzTKz-4" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/article/www.youtube.com');">Hier</a> ein kleiner Eindruck von den brasilianischen Bewegungskünstlern.</p>
<p>Und wem hat das Theater Spektakel solche fantastischen Auftritte zu verdanken? Zwei seiner drei Hauptsponsoren Tagesanzeiger und Zürcher Kantonalbank. Alles schön übersichtlich, hier in Zürich.</p>
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		<title>Verzweiflung, Scham und Schweigen</title>
		<link>http://www.weltlaeufig.de/2009/08/18/verzweiflung-scham-und-schweigen/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 02:26:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Loy</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Santiago de Chile]]></category>

		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[
Jedes Jahr werden in Chile rund 42 000 minderjährige Mädchen schwanger – dreimal so viele wie in Deutschland. Die Folgen dieser Schwangerschaften sind teilweise erschreckend, ihre Ursachen nicht selten Ausdruck gesellschaftlicher Überzeugungen, die mit der Realität der Jugendlichen nichts mehr gemein haben.
Die Geschichte, die Alejandra González* kürzlich erzählt, beginnt eigentlich relativ harmlos: Ihre Schwester Macarena [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/08/weltlaeufig.jpg" alt="weltlaeufig.jpg" width="355" height="283" /></p>
<p>Jedes Jahr werden in Chile rund 42 000 minderjährige Mädchen schwanger – dreimal so viele wie in Deutschland. Die Folgen dieser Schwangerschaften sind teilweise erschreckend, ihre Ursachen nicht selten Ausdruck gesellschaftlicher Überzeugungen, die mit der Realität der Jugendlichen nichts mehr gemein haben.</p>
<p>Die Geschichte, die Alejandra González* kürzlich erzählt, beginnt eigentlich relativ harmlos: Ihre Schwester Macarena hat festgestellt, dass sie in der vierten Woche von ihrem langjährigen Freund schwanger ist, von dem sie sich allerdings in der Zwischenzeit getrennt hatte. Macarena ist 20 Jahre alt, fällt also streng genommen gar mehr nicht in die Kategorie der minderjährigen Schwangeren und doch verrät ihre Geschichte viel über das Thema Schwangerschaft bei jungen Müttern und seine Folgen in Chile. Ein Thema, bei dem zwangsläufig das Handeln aller Beteiligten mit einer gewissen Relativität zu sehen ist.</p>
<p>Zunächst einmal ist Macarenas Geschichte nichts Ungewöhnliches: Die Zahlen zeigen, dass Mütter in Chile im Schnitt deutlich jünger sind als in Deutschland, auch Macarenas Schwester Gloria bekam ihr erstes Kind mit 20. Doch trotz deren positiver Erfahrungen damit steht für Macarena, so erzählt es zumindest Alejandra, von Beginn an fest: Sie will dieses Kind nicht. Und spätestens hier beginnt das Drama, mit dem sich jedes Jahr tausende junger Frauen in Chile konfrontiert sehen: Die Option des Nichtwollens ist im chilenischen Rechtssystem nicht vorgesehen, eine Abtreibung gesetzlich verboten. Macarena wählt einen Ausweg, der den Zuhörer von Alejandras Geschichte blass werden lässt: Über das Internet hat sie sich ein illegal vertriebenes Medikament mit dem Wirkstoff Misoprostol besorgt, dessen Einnahme einen Abgang des Embryos provoziert. Die Beschaffung ist simpel, wer bei Google den Begriff „pastilla abortiva“ eingibt, findet zahlreiche Seiten zu diesem Thema und dubiose Stellen, die das Medikament vertreiben.</p>
<p><strong>Horrorgeschichten von Kleiderbügeln und ähnlichen &#8220;Werkzeugen&#8221;</strong></p>
<p>Geraten zu diesem Schritt hat Macarena allerdings eine Hebamme (!) in einer öffentlichen Gesundheitsstelle, die ihr, genau wie ein anwesender Gynäkologe, die Konsequenzen der Pille schildert: Einen Tag nach der Einnahme würden starke Blutungen beginnen, woraufhin sie sich ins Krankenhaus begeben solle, wo dann die Fehlgeburt festgestellt würde und sie, je nach Stärke der Blutungen, ein bis zwei Tage würde verbringen müssen. Dass international immer wieder Fälle bekannt werden, bei denen Frauen nach Einnahme dieser rund 50 Euro teuren Pille sterben, dass die Konsequenzen für eventuell folgende Schwangerschaften unerforscht sind, das sagt die Hebamme nicht. Dass sie es nicht tut, und hier beginnt die Relativität, mit der man das Handeln der Personen in diesen Fällen betrachten muss, hat dabei wohl weniger mit Skrupellosigkeit zu tun, als vielmehr mit dem Wissen, was junge schwangere Frauen mit geringen finanziellen Möglichkeiten im Zustand der Verzweiflung zu tun bereit sind. Horrorgeschichten von Schwangeren, die sich mit Kleiderbügeln und anderen „Werkzeugen“ von ihrer ungewollten Last zu befreien suchen, Frauen, die absichtlich Vollbremsungen mit ihrem Auto verursachen oder sich selbst auf den Bauch prügeln, um einen Abort zu provozieren- all diese Geschichten hat man in Chile schon gehört und vielleicht denkt die Hebamme auch daran, wenn sie dieses Medikament als Alternative empfielt, wie es übrigens auch das <a href="http://www.medicalabortionconsortium.org/articles/for-women/main-book/?bl=es" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/article/www.medicalabortionconsortium.org');">International Consortium For Medical Abortion</a> tut.</p>
<p>Gleichwohl stellt sich die Frage, was eine junge Frau wie Macarena, die aus einer durchaus „normalen“ Familie der unteren chilenischen Mittelschicht kommt, mit solch einer Vehemenz dazu treibt, diese Schwangerschaft unter allen Umständen abbrechen zu wollen. Alejandra erzählt von ihren verzweifelten Überzeugungsversuchen, auf die Macarena immer mit dem Argument geantwortet habe, sie wolle studieren und das sei mit einem Kind vollkommen unmöglich. Tatsächlich muss man sich vor Augen führen, dass die Geburt eines Kindes für junge Mütter in Chile durchaus einer Katastrophe gleich kommen kann, da Unterstützung im schlimmsten Fall von keiner Seite zu erwarten ist. Staatliche Hilfen für Mütter gibt es kaum, Kindergeld oder ähnliche Hilfsleistungen existieren nicht. Ein Studium, für das sich Macarena ohnehin extrem hoch verschulden muss,  ist mit Kind undenkbar. Ihre Eltern leben außerhalb Santiagos in einer kleinen Stadt, sind getrennt, der Vater ist ein erzkonservativer Evangelist, der Kontakt zur Mutter durchwachsen, beide wissen nichts von Macarenas Schwangerschaft. Tatsächlich, und das ist keine große Überraschung, hat eine Studie in einer Klinik von Concepción in Südchile mit minderjährigen Schwangeren gezeigt, dass eben eine Schwangerschaft in Chile fast gleichbedeutend mit dem Ende der Bildungslaufbahn ist, gehört man nicht zur vermögenden Oberschicht. Vielleicht sind es auch diese Gedanken, die eine junge Frau wie Macarena bei ihrer Entscheidung im Hinterkopf hat und der diese Realitäten gegenwärtiger sind als vielen anderen in der Gesellschaft, welche diese nicht sehen oder nicht sehen wollen.</p>
<p><strong>Schweigen daheim, Heuchelei in der Öffentlichkeit<br />
</strong></p>
<p>Denn wer Macarenas Fall und die der anderen 42 000 chilenischen Mädchen jedes Jahr betrachtet, muss sich  zwangsläufig fragen, warum die  Zahl der Teenagerschwangerschaften in Chile dreimal so hoch wie in Deutschland ist und das in einem Land, das nur ein Fünftel von dessen Einwohnerzahl aufweist. Sicher kann man Chile, das in den letzten 20 Jahren nach dem Ende der Pinochet-Diktatur tiefgreifende gesellschaftliche Modernisierungen erfahren hat, nicht mehr pauschal als mental zurückgebliebenes, erzkonservatives Land bezeichnen. Dennoch findet man dieses verstaubte, von einem beinahe fundamentalistischen Katholizismus imprägnierte Denken noch immer in vielen Köpfen der Elterngeneration von gestern. Sexualität ist in vielen Familien zwischen Eltern und Kindern noch immer Tabuthema, was direkt auch die zentrale Frage dieses Schwangerschaftsdilemmas in Chile berührt: Verhütung. Wo Scham und Schweigen in Sachen Sex regieren, ist der gemeinsame Gang zum Frauenarzt zwecks Verschreibung der Pille häufig schwierig. In kleineren Städten oder auf dem Land, wo alle alles wissen, ist es gar undenkbar, dass ein minderjähriges Mädchen alleine einen Gynäkologen oder eine Hebamme aufsucht, die nicht selten sogar selbst der Meinung sind, dass die Pille in diesem Alter noch nicht notwendig sei bzw. diese gleich ganz  als „unnatürlich“ ablehnen.<br />
Nicht viel anders sieht es für die Herren der Schöpfung aus: Kondome sind in Chile fast ausschließlich in Apotheken erhältlich. Dort aber liegen sie nicht frei zugänglich im Regal. Vielmehr hängen sie wie ein Damoklesschwert über dem Verkaufstresen, von wo aus sie der Verkäufer auf Nachfrage und unter den Blicken aller Umstehenden mühsam herausfingern muss. Es bedarf keiner übermäßigen Vorstellungskraft, um zu ermessen, wie peinlich diese Situation für einen ohnehin schon komplexbeladenen Teenager sein muss und dass das Ergebnis in vielen Fällen nur eines sein kann: Vermeidung. Auch wenn es für Macarenas Fall, in dem laut ihres Beteuerns konsequent verhütet wurde, nicht zutrifft- die Verhütungsfrage ist der zentrale Punkt des chilenischen Schwangerschaftsdilemmas.</p>
<p>Neben diesen ganz praktischen Hindernissen exisistieren in Chile des Weiteren zwei Institutionen, die zumindest in Teilen als mitschuldig an der Misere junger Schwangerer angesehen werden müssen: Kirche und Politik. Ein Beispiel für deren Wertvorstellungen und ihre gravierenden politischen Folgen war zuletzt die Diskussion um die sogenannten „Pille danach“, die in Chile eine Zeit lang weitgehend frei zugänglich waren, bis eine Allianz aus konservativen Klerikern und Vertretern der ultrarechten Pinochet-Nachfolgepartei UDI Verfassungsklage gegen dieses „lebenvernichtende“ Medikament einreichten, der das höchste Gericht Chiles auch prompt statt gab. Eine Entscheidung, die an der Realität des Landes vorbeigeht und die gerade Frauen aus den ärmeren Schichten, deren einziger Widerstand gegen eine Schwangerschaft Kleiderbügel oder fragwürdige Pillen sind, wie Hohn erscheinen muss. Denn gerade in der Oberschicht, in der ein nicht geringer Teil mit der UDI sympathisiert und wo das Geld zum Unterhalt solcher „ungewollter“ Kinder vorhanden wäre, ist es bei solchen „Unfällen“ gang und gäbe, bei einem befreundeten Gynäkologen gegen üppiges Honorar  ganz unkompliziert eine solche Abtreibung vornehmen zu lassen, damit der gut geplante und teuer erkaufte Lebenslauf der Kinder nicht ins stottern gerät.</p>
<p>Was Macarena betrifft, so geht es ihr heute nicht besser als vor Einnahme der Pille am vergangenen Freitag. Passiert ist nämlich im Gegensatz zur Vorhersage der Hebamme bisher nichts außer der Tatsache, dass Macarena jetzt mit der Angst lebt, am Ende gar ein behindertes Kind auf die Welt bringen zu müssen - falls sie in ihrer Verzweiflung nicht vorher zu schlimmeren Alternativen greift.</p>
<p>*Namen auf Wunsch der Beteiligten geändert</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wenn der Gashund zweimal bellt&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 22:55:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Loy</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Santiago de Chile]]></category>

		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Auf der Südhalbkugel herrscht Winter - die Hochzeit für die Gasverkäufer in Santiago de Chile, wo in vielen Haushalten das Gas für Heizung, Herd und Dusche noch immer direkt aus der Flasche kommt. Das hat allerdings durchaus Vorteile und birgt nebenbei noch einige unterhaltsame Nebeneffekte&#8230;
Der Schriftsteller Ilja Ehrenburg meinte einmal im Rückblick auf einen Besuch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/08/lipigas.jpg" alt="lipigas.jpg" /></p>
<p>Auf der Südhalbkugel herrscht Winter - die Hochzeit für die Gasverkäufer in Santiago de Chile, wo in vielen Haushalten das Gas für Heizung, Herd und Dusche noch immer direkt aus der Flasche kommt. Das hat allerdings durchaus Vorteile und birgt nebenbei noch einige unterhaltsame Nebeneffekte&#8230;</p>
<p>Der Schriftsteller Ilja Ehrenburg meinte einmal im Rückblick auf einen Besuch bei Chiles Nationaldichter Pablo Neruda, noch nie habe er so gefroren wie im chilenischen Winter- eine harte Aussage, wenn man bedenkt, dass Ehrenburg in Moskau aufgewachsen war. Tatsächlich ist der Winter in Santiago nicht unbedingt die angenehmste Jahreszeit, was  gar nicht mal so sehr an den Außentemperaturen liegt, die sich an kalten Tagen immerhin zwischen 0 und 10 Grad bewegen. Frösteln lässt einen vielmehr die Tatsache, dass die wenigsten Häuser über eine Heizung, die meisten aber dafür über ziemliche dünne Wände und Fensterscheiben verfügen, was nicht selten dazu führt, dass es drinnen nur unwesentlich &#8220;wärmer&#8221; ist als vor der Türe.  Meist behilft man sich schlicht mit dicker Kleidung, im Notfall wird auch mal der Gasstrahler ausgepackt, an den man dann die Gasflasche aus dem Hof anschließt, die normalerweise Dusche und Herd mit der nötigen Wärme versorgt.</p>
<p>Dieses etwas altmodisch anmutende System wird vor allem in den gewöhnlichen Einfamilienhäusern praktiziert: Ist die Flasche leer, klingelt man schnell beim Gashändler um die Ecke durch, der ein paar Minuten später vor der Tür steht und frischen &#8220;Stoff&#8221; liefert. Auch wenn das bisweilen zur Folge hat, dass man plötzlich unter der kalten Dusche steht, wenn man die rechtzeitige Nachbestellung verpennt hat, besitzt das System gegenüber der Zentralversorgung, wie man sie in den überall aus dem Boden schießenden Appartmenthochhäusern findet, einen unschlagbaren Vorteil: Die heiße Dusche hängt nur von der eigenen Sorgsamkeit und nicht von der geopolitischen Wetterlage ab! Das klingt zunächst verrückt, hat aber einen recht simplen Hintergrund: Da Chile unter einem chronischen Rohstoffmangel leidet, was Gas, Öl und Kohle angeht, wird die Mehrzahl dieser Energielieferanten aus Argentinien importiert. Die transandinen Nachbarn wiederum beziehen einen Großteil ihres Gases aus Bolivien, mit dem sich Chile in regelmäßigen Abständen diplomatische Scharmützel liefert, da die Bolivianer nach wie vor mit dem Verlust ihres Meereszugangs hadern, den ihnen Chile im Pazifischen Krieg 1883 abgeknöpft hat. Heißt im Klartext: Wenn es auf politischer Ebene mal wieder kracht, drehen die Bolivianer durchaus mal am Gashahn - den Kollegen aus Kiew dürften diese energiepolitischen Nettigkeiten in ähnlicher Form ein Begriff sein.</p>
<p>So heiß das Thema Gas (das seit dem Amtsantritt von Evo Morales in Bolivien deutlich seltener zu Problemen führt) auch manchmal diskutiert wird- der gewöhnliche Verbraucher verbindet damit wohl eher einen skurrilen Werbehund, der seit einiger Zeit eine durchaus beachtliche Popularität in Chile genießt und mit seinen leicht bizarren Jingles und Spots bekannt geworden ist:</p>
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		<title>&#8220;Das sonnige Ende der Welt&#8221; &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 15:30:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lkroth</dc:creator>
		
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			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/glarnerland-karte.jpg" title="Das Glarnerland" ></a><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/regelstein-blick-ins-glarnerland.jpg" title="Blick ins Glarnerland" ></a><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/gamsen.jpg" title="gamsen.jpg" ></a><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/glarnerland-karte.jpg" title="glarnerland-karte.jpg" ></a><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/regelstein-blick-ins-glarnerland.jpg" title="Blick ins Glarnerland" ></a><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/gamsen.jpg" title="gamsen.jpg" ></a>&#8230; befindet sich laut meines Reiseführers im Glarnerland. Glarus ist der kleinste Kanton der Innerschweiz, eignet sich wunderbar für Wanderungen und ist von Zürich aus ein ideales Ziel für einen Tagesausflug. Und da das Wandern zur Schweiz gehört wie Fondue, Schoggi und Wilhelm Tell, schloss ich mich an einem sehr frühen Sonntag morgen ein paar erfahrenen Bergsteigern an. Schon am Vorabend hatte ich mir telefonisch eine erste Rüge eingeholt: &#8220;Du wohnst in der Schweiz und besitzt keine Wanderschuhe?&#8221; plärrt es am anderen Ende ungläubig. Egal, ich komme trotzdem mit.</p>
<p align="left">Unser Fahrer kennt sich aus und berichtet, das Glarnerland sei trotz seiner zentralen Lage, der schönen Seen und imposanten Berge im Unterschied zu den meisten anderen Teilen der Schweiz touristisch wenig erschlossen. Nicht mal der amtierende Mister Schweiz, dessen<br />
Elternhaus wir auf der Hinfahrt passieren, vermag dies zu ändern.</p>
<p align="left"><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/glarnerland-karte.jpg" title="glarnerland-karte.jpg" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/glarnerland-karte.jpg" alt="glarnerland-karte.jpg" /></a></p>
<p align="left">Die Turnschuhe stellen sich schon bald als äußerst ungeeignetes Schuhwerk heraus. Denn an einigen Stellen liegt noch Schnee, den es zu<br />
überqueren gilt, wollen wir unsere Route nicht verlassen. Darauf waren weder ich noch der Tourenleiter eingestellt, und so trottet unsere<br />
kleine Truppe im Gänsemarsch hintereinander her. Meine Vorderfrau hackt mit ihren Wanderstiefeln trittfeste Kerben in den Schnee, mein<br />
Hintermann hält mich an meinem Rucksack fest, um mich bei einem eventuellen Ausrutschen vor dem Absturz zu bewahren.</p>
<p align="left">Während die Badeanstalten am Zürisee und an der Limmat schon vor etwa drei Wochen ihre Saisoneröffnung feierten, herrscht hier oben noch<br />
tiefster Winter. Auf dem See, in dem ich vorhatte zu baden, schwimmt noch Eis. Dafür scheinen die Tiere aus ihrem Winterschlaf erwacht zu sein: Ab und an hört man in der Ferne Kuhglocken läuten, durch ein Fernglas beobachten wir Murmeltiere und Singvögel, die eine unserer Wandersgesellen sogar an Stimme und Gesang erkennt. Ich bin definitiv der Städter unter uns Wanderern, obwohl die drei anderen aus bundesdeutschen Großstädten kommen und ich ursprünglich aus einer ländlichen Region. Aber auch ein Landei findet mal ein Korn, genauer gesagt, einen Molch. Zwar habe ich ihn nicht als solches identifiziert (&#8221;Guckt mal, eine schwarze Baby-Eidechse!&#8221;), aber putzig ist so ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bergmolch" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/article/de.wikipedia.org');">Bergmolch</a> dennoch, wir nehmen ihn auf die Hand, bewundern seinen orange leuchtenden Bauch und lassen ihn wieder in Richtung Bergsee verschwinden.</p>
<p align="left">Später passiert es dann doch, die zu überquerende Schneedecke liegt an ein weniger steilen Hang, so dass ich mich wage, sie ungesichtert zu<br />
überqueren. und plumps mache ich einen Satz nach unten und stecke mit dem linken Bein bis zur Hüfte im Schnee. Aber weder eine Gletschespalte tut sich unter mir auf, noch vergraben sich meine Wandersgenossen unter einer von mir ausgelösten Lawine: Glück gehabt.</p>
<p align="left"><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/regelstein-blick-ins-glarnerland.jpg" title="Blick ins Glarnerland" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/regelstein-blick-ins-glarnerland.jpg" alt="Blick ins Glarnerland" /></a></p>
<p align="left"><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/regelstein-blick-ins-glarnerland.jpg" title="Blick ins Glarnerland" ></a></p>
<p align="left">Auch das Wetter hält, es bleibt trocken, am Gipfel versperrt uns allerdings dichter Nebel die Sicht auf ein dem Bergführer nach wohl eindrucksvolles Panorama. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Unsere Strapazen des ca. 2 1/2 stündigen Aufstiegs werden wir dann aber doch<br />
noch belohnt. An einem steilen Hang an der gegenüberliegenden Felswand entdecken wir eine Gämse. Offenbar hatte sie einen Stein ausgelöst,<br />
dessen Aufprall ein Geräusch verursacht hatte, das uns auf sie aufmerksam machte. Ihr folgen weitere Gämsen, eine nach der anderen<br />
hüpfen sie gut erkennbar durch unser Objektiv.</p>
<p align="left"><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/gamsen.jpg" title="gamsen.jpg" ><img src="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/gamsen.jpg" alt="gamsen.jpg" /></a></p>
<p align="left"><a href="http://www.weltlaeufig.de/wp-content/uploads/2009/06/gamsen.jpg" title="gamsen.jpg" ></a></p>
<p align="left">Später im Tal haben wir Lust auf Apfelstrudel und heisse Schokolade. Doch wir werden enttäuscht bzw. in unseren Vorurteil gegenüber der glarner Gastfreundschaft bestätigt. Die Beizlis auf unserem Weg sind geschlossen, es ist ja schließlich auch Pfingstsonntag. Das einzige geöffnete Café am Ort serviert uns lauwarme Ovomaltine mit Sprühsahne. Ob wir sonst noch einen Wunsch hätten, raunt uns die Wirtin entgegen. &#8220;Einen Apfelstrudel?&#8221;, antworte ich etwas verschüchtert. &#8220;Da müssen Sie nach Österreich fahren.&#8221; lautet ihre Antwort. Trotzdem schön hier, am sonnigen Ende der Welt.</p>
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